Sulzbach: Oberschultheißstraße 2

Energetische Sanierung eines Kulturdenkmals

Für das Gebäude wurde eine bauhistorische Untersuchung durchgeführt. Das 1688 erbaute Wohnhaus entspricht dem in der Region üblichen dreizonigen Bautypus eines Fachwerkhauses mit zwei aussteifenden Bundwänden. Das Fehlen der hessischen Hofreitenstruktur, bestehend aus Wohnhaus, Stall und Scheune, weist auf einen Tagelöhner als Erbauer hin.

Als Kontrast zu der stark strukturierten Pfosten-Riegel-Fassade mit Gefachefüllungen des Fachwerkgebäudes mit ausschließlich Wohnräumen wurde ein kubischer, zweigeschossiger Baukörper auf der Restfläche des Grundstückes errichtet. Der Anbau, der alle dienenden Nutzungen aufnimmt, ist in moderner Holzständerbauweise erstellt und mit einer Zedernholzfassade verkleidet worden. Als Trennfuge zwischen den beiden Baukörpern wurde ein vertikales Glaselement eingefügt, das die Eigenständigkeit der beiden Körper betont. Die farbliche Gestaltung des Fachwerks wurde auf der Basis eines historischen regionaltypischen Farbbefundes erarbeitet. Der Anbau wurde farblich zurückhaltend, unterordnend angelegt.

Nachhaltiges Bauen im Bestand heißt, vor Ort zu bleiben und bestehende Gebäude Ressourcen schonend mit ihren Unzulänglichkeiten unter Verwendung ausschließlich recyclebaren Baumaterialien weiterzuentwickeln. Unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Belange wurde ein energetisches, hocheffizientes und umweltfreundliches Gesamtkonzept entwickelt. Das Gebäude hat einen Primärenergiebedarf von 66kw/m2a.

zurück